|
Trotz heftigem Widerstand der Familie erfüllte sie sich ihren Wunsch, Musik zu studieren und finanzierte das Studium (Hauptfach Klavier) am Konservatorium Winterthur selbst. Nach Abschluss des Studiums hatte sie mehrjährige, weiterführende Ausbildungen in Orchesterleitung / Dirigieren bei Urs Schneider, Klavier bei Annette Weisbrod, Oboe bei Egon Parolari; Kirchenmusik / Chorleitung und Coaching beim St.Galler Domkapellmeister Hans Eberhard.
Kathrin Auer unterrichtete viele Jahre an diversen Musikschulen, war Oboistin in der Zürcher Orchestervereinigung und Chorleiterin in Winterthur.

Die grosse Wende
2005 wird Kathrin Auer nach einem schweren Unfall mit Hirnverletzung vor die Tatsache gestellt, dass sie alle diese Tätigkeiten nie mehr wird ausüben können. Eine Nachricht, welche ihr ganzes musikalisches und persönliches Leben vollkommen aus der Bahn wirft. Doch sie kämpfte und kämpft bis heute u.a. mit intensivstem Hirnleistungstraining für einen Weg aus der Invalidität. Und als nach zwei Jahren das Partiturstudium und die Dirigierübungen langsam wieder funktionieren, empfindet sie dies als grosses Geschenk und gleichzeitige Herausforderung für ihre Zukunft.
Die Gründung der camerata giocosa st.gallen
Die Umsetzung der Idee ein Orchester zu gründen, war damals für sie ein riesiges Unterfangen, doch es gelang. Anfang 2007 suchte sie nach jungen und Musikbegeisterten, das heisst sehr guten Laien, Musikstudenten und Professionellen und probte mit ihnen intensiv an zwei Wochenenden im Spätsommer 2007 Werke von Vivaldi bis Hindemith. In St.Gallen und Winterthur fanden dann die ersten Konzerte mit der camerata giocosa statt.
Das nur als Versuch angelegte Projekt fand innerhalb des Ensembles wie in der Öffentlichkeit grossen Anklang. So gab es in den vergangenen Jahren 2007 und 2009 sechs Konzerte mit drei versch. Projekten, die alle regen Zuspruch fanden.
Das Ziel:
Bereicherung des Ostschweizer Konzertlebens mit selten gehörten, aber wertvollen Werken grosser Komponisten. Das junge Orchester will Neugier wecken für musikalische Entdeckungen abseits des Mainstreams. In unkonventionellen, spannenden Programmen werden wenig aufgeführte klassische Meisterwerke mit leidenschaftlicher Musik von Schweizer Komponisten (2009 Ernest Bloch, 2010 Heinrich Sutermeister) kombiniert. Junge, hochbegabte Talente, speziell aus der Ostschweiz bekommen Gelegenheit zu Soloauftritten. Zudem wird mit diesem Orchester zukünftigen Musikern eine Plattform für intensive Orchesterpraxis geboten.
Geplant ist auch eine Zusammenarbeit mit den neu entstandenen Talentschulen.
Die jungen Orchestermusiker, auch die Nichtberufsmusiker- und Musikerinnen erfüllen hohe technische -und musikalische Ansprüche und sind mit grossem Engagement und begeisternder Spielfreude dabei, was auch dem Namen des Orchesters alle Ehre macht «camerata giocosa».
Solistin Rahel Indermaur
Für die Konzerte im September und Oktober 2010 wird die junge, hochtalentierte Mezzosopranistin Rahel Indermaur aus Berneck mitwirken. Rahel Indermaur lebt und arbeitet zur Zeit in Berlin. Die 1980 geborene Sängerin absolvierte das Lehrerseminar in Heerbrugg. Sie war 2005 und 2006 Preisträgerin in der Zürcher Familien Vontobel Musik Stiftung und erhielt als erste Sängerin überhaupt den Kulturförderpreis des Kantons St.Gallen für die «Angelina» in Rossinis La Cenerentola wie den Musikpreis des Schweizer Rotary Clubs und den Koscluszko Foundation Music Award in New York. Sie trat in verschiedenen europäischen Ländern und in den USA auf, u.a. mit den Brandenburger Bachsolisten, dem Lemberger Symphonikern, der Südwestdeutschen Philharmonie, der Philharmonie in Berlin, dem Kammerochester Berlin etc. Rahel Indermaurs ausdrucksstarke, für ihr Alter ungewöhnlich kräftige und reife Stimme wird in der Presse gefeiert. Rahel Indermaur wird aktiv von der grossen Operndiva Grace Bumbry gefördert.
Im Oktober 2009 sang Rahel Indermaur im Eröffnungskonzert des Festival Musica Mallorca im Teatre Principal de Palma.
Programm
Konzerte 2010
11. September, Tonhalle Wil
19. September, Bettag, evangelische Kriche Berneck
21. Oktober, Tonhalle St.Gallen 22. Oktober, Kreuz Kultur, Rapperswil/Jona
|